Freitag, 8. August 2014

Ein Lob auf die Schamhaftigkeit

Allein das Wort ist schon aus der Mode gekommen – Schamhaftigkeit. 
Heutzutage schämt man sich für nichts mehr, weder für Egoismus, Nacktheit, noch Geilheit.
Dabei besitzt die Schamhaftigkeit einen großen Wert. Sie schützt und achtet, einen selbst und andere.
Wenn man sich für nichts mehr schämt, wird der Mensch zur Sache und wenn alles gleich gültig ist, wird es irgendwann gleichgültig.

Ein Lob auf die Schamhaftigkeit, denn sie hilft unseren Kindern ein gutes Körpergefühl zu entwickeln.
Kindergartenkinder hüpfen gerne nackig am See herum oder kleine Mädchen ziehen ihr Röckchen über die Schultern und hüllen sich in den Stoff. Einfach so, weil es Spaß macht.
Sobald die Kinder in die Schule gehen, entwickelt sich ihr Schamgefühl weiter. Sie verrammeln die Badezimmertür oder vollziehen wahre Tänze mit dem Badetuch im Freibad. Hauptsache keine Blöße zeigen und das ist gut und gesund und wertvoll.
Dieses Schamgefühl hat eine wichtige Schutzfunktion. Kinder müssen wissen, das ihr Körper Privatzonen hat. Sie dürfen nicht von anderen beäugt oder befummelt werden.
Es darf einem Grundschüler peinlich sein, wenn die Lehrerin die Geschlechtsorgane des Mannes erklärt. Erst recht, wenn der Junge sein Wissen vor der ganzen Klasse wiedergeben soll.
Viele Mädchen wissen wenig über ihren eigenen Körper, sie bemerken nicht die fruchtbaren Tage und die damit verbundene Lust. Sie kennen ihren Zyklus nicht und häufig haben schon zwölfjährig Mädchen eine Abtreibung hinter sich. Eine befreundete Kinderärztin erzählte mir dies und meinte, dass für einige Mütter der Erziehungsauftrag erfüllt sei, wenn ihre Tochter die Pille bekommt.

Studien wollen belegen, dass Pornographie keinen Einfluss auf das Sexualverhalten von Jugendlichen habe. Man darf den wissenschaftlichen Methoden der Verhaltensforschung skeptisch gegenüberstehen. Wie aussagekräftig werden solche Experimente sein, wo Testpersonen sexuelle Reaktionen mit Apparaten „abgelesen“ werden. Zumal jeder unter Beobachtung anders reagiert. 
Jugendliche müssen in ihrer Wahrnehmung bestärkt werden, wenn sie Pornos als abstoßend empfinden oder wenn sie sich vor Sexualakteuren mit Tieren ekeln. Sie dürfen ihre Empfindungen nicht niedertreten, nur um in einer Gruppe anerkannt zu sein.
Scham hat mit Menschlichkeit und Freiheit zu tun. Es darf „nein“ gesagt werden, auch wenn es viele anders machen.

Ein gesundes Schamgefühl wird Kinder unterstützen, sich bei anzüglichen Handlungen zu wehren.
Ein gesundes Schamgefühl wird Jugendlichen helfen, die Achtung vor sich selbst und einem Partner zu bewahren.

In der Scham meldet sich unsere Demut vor Gott! 
Sie zeigt uns, dass weder wir, noch die Welt, noch der Mitmensch uns selbst gehört.



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