Mittwoch, 26. November 2014

meditativ

Im Kirchenjahr wird „Silvester“ ohne Tara und Tamtam schon im November begangen. Die Kirchengemeinde in meinem Wohnort Zorneding veranstaltet vom Ende des Kirchenjahres bis zur Passionszeit mehrere Orgelmeditationen. Zwischen den Musikstücken werden Texte bekannter Autoren gelesen – und ja, auch von mir.

Es ist schon lange her, dass ich Orgelmusik bewusst gehört habe. Ich höre eher Klavier- oder Gitarrenstücke, die mich einhüllen und in eine andere Welt entführen, aber Orgelmusik geht ins Gedärm. Die Töne füllen mich ab und quetschen lästige Gedanken aus dem Kopf und sie bereichern das Herz mit einem Gefühl von Unendlichkeit. Die Orgelpfeifen pusten mich durch und machen Platz für Neues. Das nenne ich Meditation.
Als Kind haben mein Bruder und ich unserer Oma im Küsterdienst geholfen. In Ostbrandenburg haben wir die kleine Kirche aus Feldsteinen für den Gottesdienst geschmückt und wenn uns langweilig war, habe ich die Blasebälge der Orgel bearbeitet, bis mein Bruder einen Ton heraus bekam. Das war anstrengend.
Manchmal durften wir sonntags die Glocken läuten, aber nur wenn noch keine Besucher da waren. Wir haben uns an die langen Seile gehangen und mit ganzer Körperkraft die Glocken in Bewegung gesetzt. Das war grandios, nur unsere Oma ängstigte sich, weil der Glockenschlag uns meterhoch vom Boden zog.

Die nächste Orgelmeditation ist im Dezember und es geht um den Advent. Die große Ankunft! Emmanuel! Vielleicht bist Du dabei und wir versenken uns im Klang der Orgel. Luftholen können wir, wenn die Texte gelesen werden und dann tauchen wir wieder mit einem neuen Gedanken ab.




Freitag 12. Dezember, um 19:30 Uhr in der Christophoruskirche Zorneding

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