Donnerstag, 7. Mai 2015

es kann nicht immer tiefgründig sein

An Buchstaben komme ich nur lesend vorbei, selbst wenn ich die Texte kenne, muss ich sie erneut lesen z.B. die Werbetafeln an der B304 Richtung München. Eine Autowerkstatt wirbt: „Zum Willi will i!“ Ich lese und sinne. Wer ist Willi? Der Besitzer? Hat er sich den Spruch ausgedacht? Beim Weißwurstfrühstück?

Auch die Namen von Friseurgeschäften regen zum nachdenken an. KAISHAIRLICH – dort bedient Frau Kaiser. Ich las auch HAARLEKIN oder CHAARAKTHAIR, zweimal(!) HAAR in einem Wort auf deutsch und(!) englisch. Beeindruckend! Hier in Oberbayern ist HAIR GOTT einfach nur nett, aber mein Favorit ist: CREHAIRTIV. 
Friseure sind creHAIRtiv, äh, kreativ. Wirklich!

Sie haben die Fernsehlandschaft und die Literatur beeinflusst. In den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts hatte der Konzern Procter&Gamble die Idee, eine Familien-Fortsetzungsgeschichte im Radio zu senden mit dem Ziel, seine Produkte, nämlich Seife, Shampoo und Waschmittel bekannter zu machen. Die zehnminütigen Folgen wurden täglich gesendet und waren erfolgreich. Die Seifenoper entstand und sind heute als Telenovelas wie Marienhof, GZSZ oder Rote Rosen sehr beliebt. 
Der Friseurbranche sei Dank.

Ebenso die Kurzgeschichte, sie ist ein junges Genre gerade einmal 60 Jahre alt. Sie erlebte ihren Durchbruch in Friseurgeschäften. Die Kunden wollten ihre Wartezeit lesend verkürzen, aber nicht nur mit der Tageszeitung. Der Roman war zu lang, also entwickelten Autoren eine komplette Geschichte, die in wenigen Minuten gelesen werden konnte. 
Der Friseurbranche sei Dank.


Ach ja, so fahre ich sinnierend die Straße entlang und denke an Willi und HAARlekins.

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