Mittwoch, 7. Oktober 2015

wie Robinson Crusoe

Ich bin eine Fremdsprachenbanause. 
Als ich eine Veranstaltung moderierte und sagen sollte: 
"… dieses Zitat stammt von Antoine de Saint-Exupéry …", habe ich das ewig geübt. 
Letztendlich sagte ich: " … dieses Zitat stammt vom Autor des Kleinen Prinzen …" Fremdsprachen fallen mir schwer, aber ich liebe die Deutsche Sprache.
Ich inhaliere sie, ich denke und träume in ihr. Ich habe Spaß daran, sie zu bilden z.B. die 3. Person, Plural, Konjunktiv, Plusquamperfekt, Passiv von behandeln. Ach, ist das toll!

Nun habe ich auch entdeckt, dass es mir Freude macht, meine Muttersprache zu lehren.
Elos heißt mein Schüler und er kam vor zwei Monaten aus Eritrea. Er ist eifrig und spricht mir alles nach. Zwischendurch behelfen wir uns mit Englisch. Ich spreche es mit deutscher und er mit tigrinischer Grammatik. Man hätte seinen Spaß an uns. 
Nach jeder Einheit, versuche ich alle neuen Vokabeln im Gespräch mit ihm zu üben. 
Das läuft so:
Ich: "Ich heiße Susanne."
Elos: "Ich heiße Susanne."
Ich: "Nein, Du heißt Elos."
Elos: "Du heißt Elos."
Ich: "Nein, ich." (zeige auf mich) "Du!" (zeige auf ihn)
… und so geht es noch eine Weile hin und her, eben wie bei Robinson Crusoe und Freitag.


Ich ahne, dass der gemeinsame Unterricht mir viele Geschichten schenken wird :).




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