Montag, 21. Dezember 2015

Heidi Teil III

Gestern habe ich den Film "Heidi" gesehen und aus Mangel an Alternativen, hat mich mein ältester Sohn begleitet. Wir sind in das murklige Kino im nächsten Ort gegangen. Es ist ein kleines Kino, alles ganz unaufgeregt, zwei Säle, zwei Filme (Heidi und Star Wars), zwei Toiletten, eine Kasse, ein Verkaufsstand und 15 Parkplätze vor dem Haus. Ungefähr 20 Minuten vor Filmbeginn fahren die Kinobetreiber, ein älteres Ehepaar, mit ihrem Opel vor. Sie schlüpfen durch den Hintereingang und eine Minute später öffnet Opi die Tür, Omi steht an der Kasse und vermutlich ist es die Enkeltochter, die Getränke und Snacks verkauft. Fast schon ein besonderes Kino. Die Menschenschlange an der einen Kasse kriecht gemächlich dahin und keinen stört es.
Mein Sohn und ich standen an und warteten. Er traf seine Fußballkumpels.
"Na, gehst Du auch in Star Wars."
"Mhmmmm.", ließ mein Sohn verlauten.
Ich beugte mich zu ihm und flüsterte: "Schon okay, musst ja keinem sagen, dass Du mit Deiner Mutter Heidi anschaust."
"Mhmmmm.", machte er wieder.
Nach einer Weile kam Opi vorbei und rief: "Wer alles in Heidi will, darf direkt zur Kasse vorgehen!"
Ich löste mich aus der Reihe und ging an wartende Star-Wars-Fans vorbei. Mein Sohn trottete hinterher. Ich gab ihm Geld und er tröstete sich mit einer Cola und Chips.
"Peinlich?"
"Ach, geht schon, Mama."

Es ist ein schöner Film mit charakterstarken Schauspielern wie Almöhi und Klaras Großmutter. 
Ein paar Szenen machten uns nachdenklich: hat man Waisen wirklich so behandelt? 
Mussten arme Kinder arbeiten, um zu überleben?
Mhmmmm – so ist das Leben noch immer, wenn auch nicht in unserem Gesichtsfeld.


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