Donnerstag, 10. Dezember 2015

Kinozeit

Ich begleite meine Kinder ins Kino, auch wenn mich die Filme nicht interessieren wie "Hotel Transsilvanien", "Pixels" oder "Minions" – Filme ohne Aussage, zwar sind manche Szenen lustig, aber ansonsten … 
Nun möchte ich, dass meine Jungs mit mir ins Kino gehen, um "Heidi" anzuschauen. Ich höre sie schon stöhnen, aber ich liebe die Klassiker und viele habe ich ihnen vorgelesen wie "Nils Holgerson" oder "Pinocchio". Da geht es zur Sache: Gerechtigkeit, Demut, Dankbarkeit, Disziplin, Rückschläge verkraften.

Die Drehbuchautorin von "Heidi" verspricht, dass sie nah am Original bleibt, schonungslos das harte Leben in Szene setzt. Nur eins hätte sie verändert, im Buch findet Heidi zu Gott, im Film findet sie zu sich selbst. Hm?
In einem anderen Klassiker wird diese Tendenz, immer auf sich zu schauen, kritisiert. 
Hans Christian Andersons "Schneekönigin" beschreibt dies mit wunderbaren Bildern. 
Nachdem die Kobolde einen Spiegel, der alles Gute verzerrt, zerdeppert haben, fallen die Splitter auf die Menschen. Kay bekommt einen ins Auge und der dringt bis zu seinem Herzen. 
Er wird egoistisch und kalt und folgt der Schneekönigin. Die Schneekönigin ist keine böse Hexe (eine Besonderheit in einem Märchen), sie zeigt vielmehr unseren menschlichen Stolz und die Begrenztheit unserer Wahrheit auf. Sie lässt Kay ein Puzzle aus Eiskristallen legen, aber es gelingt ihm nicht. Die Kristalle ergeben das Wort "Ewigkeit".

Dem Leben fehlt eine Dimension, 
wenn Gott ausradiert wird 
und Ewigkeit nicht in unser Weltbild passt.


Nun hoffe ich, dass meine Kinder mich ins Kino begleiten. 
Ich würde ihnen auch Popcorn kaufen oder Eis oder Nachos.

.

Keine Kommentare: