Dienstag, 12. Januar 2016

17 Cent

Heute sortierte ich meine Quittungen, Autorenhonorare und Rechnungen vom letzten Jahr. Quartalsmäßig bekomme ich Gutschriften von der GEMA und sie freuen sich, mir mitzuteilen, dass ich eine Ausschüttung von 0,17€ erhalte. Das Porto ihres Briefes ist höher. Ich freue mich nur mäßig.
Über epubli gibt es monatliche Auszahlungen – mal mehr, mal weniger, aber immer beglückwünschen sie mich, dass ich meine Bücher so erfolgreich über ihre Plattform verkaufe. Erfolgreich hätte ich anders definiert. 
Bin ich undankbar, wenn ich nicht in das Lob einstimme?
Es gibt das Sprichwort, wer den Pfennig nicht ehrt, ist des Talers nicht wert.
Manchmal ist es nicht einfach, sich über Kleinigkeiten zu freuen. 

Die Lesungen im letzten Jahr wurden sehr unterschiedlich besucht. Mal war es so voll, dass die Veranstalter die Stuhlreihen auffüllen mussten. Ein anderes Mal kamen nur wenige Besucher, sie hätten in mein Wohnzimmer gepasst. 
Ich bin ehrlich, es kostete mich Überwindung, immer mein Bestes zu geben, unabhängig vom Publikum. 
Wobei … ist es nicht eine große Ehre, wenn sich ein Mensche auf den Weg macht, (nur) um mich zu hören? Ich hoffe, dass es sich für ihn lohnt und er sich beschenkt fühlt mit Mut oder Freude oder Inspiration. 

Nein, ich schrumpfe meine Ziele nicht auf ein 17-Cent-Niveau, damit ein möglicher Erfolg größer erscheint oder ich nicht enttäuscht werde. 
Ich tue das, was ansteht; mich um meine Familie kümmern, als Therapeutin aktiv sein, Gäste begrüßen, mit Flüchtlingen Deutsch lernen und Workshops geben und sich mit Künstlern austauschen und auf Geschichtensuche gehen und einen Roman plotten und und und.




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