Samstag, 30. Januar 2016

Unsäglich

Sie reden häufig ohne Inhalt, sie, die Politiker, Politikerinnen oder Politiker*innen.
(Wo kommt das Gendersternchen hin?)
Ständig sagen sie, das etwas unsäglich wäre. 
Merkels Willkommenspolitik ist unsäglich. 
Pegida ist unsäglich. 
Wenn AfD, CSU und SPD sprechen, tummelt sich das unsägliche Wort in ihren Sätzen. 
Sie basteln an Wortkonstruktionen, damit aus einem Abschiebelager ein Verabschiedungszentrum wird.

Ich weiß nicht, ob die Zahlen korrekt recherchiert sind, aber sie machen nachdenklich.
Die Flüchtlingskrise wird Deutschland 10 Milliarden Euro kosten, die Steuerflucht hingegen kostet das Land jährlich 160 Milliarden. Das ist unsäglich!
Letztes Jahr kamen über eine Million Flüchtlinge. 1945 waren es angeblich 14 Millionen. 
Wobei ich anmerken muss, dass die vertriebenen Deutschen nicht in dem viergeteilten Deutschland willkommen waren. Das ist unsäglich! 
Meine Urgroßeltern wechselten nur die Flussseite und wurden lediglich geduldet, trotz der gleichen Sprache, Kultur und Geschichte. Vielleicht spricht deswegen meine Oma immer von ihrer Heimat und meint das heutige Polen, liest die Heimatzeitung und geht zu Heimattreffen, weil sie nie ganz heimisch wurde.

Unsäglich hin, unsäglich her, Flüchtlinge berühren unseren Alltag und man kann schimpfen, Angst haben, debattieren, ignorieren, organisieren, helfen …
Wir begleiten einen jungen Mann aus Eritrea, denn ich mag eher den Einzelkontakt. So schlüpft er in unseren Alltag und bringt sich ein. Er ist fleißig und hilfsbereit und dankbar. 
(Ja, ich weiß, es gibt auch die Faulen und die Gewalttätigen und die Undankbaren.)
ABER, besser tätig als unsäglich!




.


Keine Kommentare: