Montag, 21. März 2016

Angewohnheiten

Man müsse nur durchhalten und sich zusammenreißen, dann ließe sich nach drei Wochen eine gute Angewohnheit etablieren.
Ich schrieb am 19. Februar, dass man mit etwas Disziplin eigene Verhaltensweisen ändern könne und nun verkündige ich mein Resultat – ich habe versagt.
Ich wollte meinen Tag effektiv nutzen und mit meiner Schreibtischarbeit beginnen, wenn meine Familie noch schläft. Ich stand um 4 Uhr auf und saß mit bleiernen Gedanken und Gliedern vor meinem Laptop. Zweieinhalb Stunden später weckte ich meine Kinder und machte ihnen Frühstück. Anschließend schlafwandelte ich durch den Tag.
Ich probierte es am nächsten Tag erneut und quälte mich übermüdet durch den Tag. 
Es heißt, Genies brauchen wenig Schlaf. Nach 20 Stunden aktiv sein, konnte ich nicht einschlafen. Bin ich ein Genie?
Nein, ich bin müde, gereizt, gefrustet. Ich schreibe mittelmäßige Texte, erledige mein Tagwerk freudlos und schreie meine Kinder an.
Ich gebe auf, denn ich bin weder Eule noch Nachtigall
Nun versuche ich etwas anderes, einfach schreiben, auch wenn die Umstände nicht ideal sind. 
Küchentür zu, Kinder raus – schreiben. 
Warten beim Zahnarzt – schreiben. 
Autofahren – schreiben (im Kopf). 
Ehemann schaut Fußball – schreiben. 
Fahre S-Bahn – schreiben.
Manchmal träume ich davon, mich auf einer Hallig oder auf einer Berghütte zurück zu ziehen, doch das erlaubt der Alltag nicht. Eine kleine Auszeit am Küchentisch kann zu meiner Hallig werden oder der Moment auf dem Balkon zu meiner Berghütte. Ich gewöhne mir an, diese Augenblicke zu nutzen. Das schaffe ich!

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