Mittwoch, 2. März 2016

schwierige Sprachen

Sie sind immer wieder in den Medien. Sie lächeln, witzeln und reden. 
Sie sprechen über 20 Sprachen, darunter auch exotische wie Plattdeutsch oder Maltesisch – die Youlden Zwillinge. Irgendwie entmutigt mich das. Es kostet mich viel Energie meine Fremdsprache aufzubessern, manchmal kostet es auch viel Anstrengung die Muttersprache regelgerecht einzusetzen. Getreu dem Spruch: 
Mir und mich verwechsel ich nicht. Das kommt bei mich nicht vor.

Immer wieder klagt Elos, unser eritreische Freund, dass die deutsche Sprache so schwierig sei: Deklination, Konjugation, Präposition, Irritation!
Deutsch gehört nicht zu den schwierigsten Sprachen, las ich. Man könne sie in ca. 750 Stunden erlernen ähnlich wie Englisch und Spanisch. Viel schwieriger sei Finnisch oder Ungarisch, da bräuchte man über 1000 Unterrichtsstunden.
Ich tröste Elos mit der Information, dass das deutsche Alphabet nur 26 Buchstaben habe, das Alphabet seiner Muttersprache Tigrinya hingegen 250.
"Siehst du Elos? Deutsch ist einfach!"
"Ja. Aber schwer … der, die, das … der Sonne?"
"Nein, die Sonne."
"Die Mond?"
"Nein, der Mond, aber irgendwann fühlst du den richtigen Artikel?"
"No problem."

Ich habe sogar verstanden, wie Tigrinya auf so viele Buchstaben kommt. 
Während wir immer einen Konsonanten mit einen Vokal kombinieren, haben sie dafür einen eigenen Buchstaben.
Das hilft Elos aber nicht weiter. Also üben wir und lesen Kinderbücher wie 
"Dr. Brumm". Immer wenn Elos lacht, weiß ich, dass er den Text verstanden hat und Humor gehört schließlich zu den schwierigsten Sprachen. 
Warum sonst versteht man wenig Spaß und lacht am wenigsten über sich selbst?



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