Montag, 25. April 2016

wie ich den Autorenberater wegschickte

"Waaaaas? Drei Wochen nichts gepostet?", schreit der Autorenratgeber*.
"Aber ich habe ja geschrieben … nur nicht hier."
"Zählt nicht, du musst mediale Präsenz zeigen." Der Autorenratgeber steckt seinen Zeigefinger aus und fuchtelt vor meinem Gesicht herum.
Etwas leise, aber deutlich widerspreche ich: "Aber wenn ich andauernd poste und blogge, kann ich mich nicht um meine Romanfiguren kümmern."
"Jammer nicht rum, andere können das auch!"
Ich verschränke meine Arme vor der Brust und stampfe mit dem Fuß auf.
"Ich bin aber nicht A-N-D-E-R-E!"
Der Autorenratgeber verstummt. Etwas zögerlich öffne ich die Tür und schiebe ihn hinaus. Mit hängenden Schultern steht er vor dem Haus. Er tut mir Leid, denn er hat es immer gut mit mir gemeint. Er trottet die Straße entlang und ich winke ihm hinterher, aber er bemerkt es nicht.
"Später", denke ich, "später darfst du gerne wieder mein Gast sein."
Zurück an meinem Schreibtisch kann ich mich endlich meinem Projekt widmen mit all den wunderbaren Figuren.
Sie brauchen mich! Wirklich!
Das ist der adipöse Max. Seine Mutter meint, er ist total bekloppt: wenn man schon eine Essstörung hat, dann doch besser magersüchtig als fettleibig. Ob er wüsste wie peinlich es ist, eine Puddingwalze als Sohn zu haben?
Max braucht mich!
Die gute Jolanta braucht mich auch, man kennt sie nur als Polenputze – von wegen – sie ist ein Schatz, aber keiner weiß das.

Falls es hier bei BuchstabenKunst etwas ruhiger wird, 
dann bin ich gerade mit meinen Figuren unterwegs 
und passe auf, dass es ein gutes Ende mit ihnen nimmt.

PS: Wir lassen uns doch nicht vorschreiben, was MAN, ANDERE oder JEDER macht.

*Der Autorenratgeber ist das "Handbuch für Autorinnen und Autoren" aus dem Uschtrin Verlag.

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