Dienstag, 20. September 2016

Alles nur geklaut?

Manchmal habe ich einen Ohrwurm. Momentan ist es "Daddy cool." Seufz. 
Was für ein übles Vieh! 
Es gibt Melodien oder Sprüche, die leiern wie ein Jingle durch mein Hirn.

Ich beginne eine Geschichte über einen krankes Kind auf einer Jugendstation und Die Prinzen stimmen ein: "das ist alles nur geklaut" und zwar aus "Oskar und die Dame in rosa".
Nun gut, dann schreibe ich über Stefan mit der Tetraparese und wie er das Leben meistert, das Jingle leiert: "Das ist alles nur geklaut." Wirklich? Ja, von Marie-Sabine Roger und ihrem "Poet der kleinen Dinge".

Ist nicht schon alles gesagt, besungen und geschrieben worden?
Das Leben. Die Liebe. Der Tod. Die Heldenreise.

Ich lese die Kinderbuchreihe von Andreas Steinhöfel "Rico und Oskar" und beginne nach einigen Seiten zu singen: "Das ist alles nur geklaut." Aus Rodman Philbrick Geschichte "Freak" ein spannendes und tiefsinniges Jugendbuch.
Ein erfolgreicher Autor klaut Romanideen? 
Geklaut oder inspiriert?

Steinhöfel ist nicht der Einzige, selbst Astrid Lindgren hat ge… äh, sich inspirieren lassen.
1908 erschien ein Kinderbuch von Lucy Maud Montgomery über ein kleines rothaariges Mädchen, die sich die Welt machte, widde, widde, wie es ihr gefällt - Anne of Green Gables.

Lindgrens Buch wurde 1945 veröffentlicht und erreichte eine Kindergeneration, die vor allem still, brav und sauber sein musste.
Steinhöfels Bücher berühren uns zu einer Zeit, wo es unzählige Familienmodelle gibt und die Sehnsucht nach einem liebevollen zu Hause.

Von wegen "das ist alles nur geklaut", wenn man vortrefflich sein möchte, braucht man gute Vorbilder, ob in der Kunst, in der Technik oder im Handwerk oder einfach nur im Alltag. Wir brauchen Menschen, die uns inspirieren.





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