Montag, 28. November 2016

gespart

Ein- bis zweimal im Jahr gerate ich in Shopping-Laune. Dann geniesse ich es mit meiner Familie, durch München zu bummeln. Wir bleiben am Schaufenster stehen und ich zeige auf eine bunte Uhr von Phylones:  "Ach guck mal, wie hübsch."
Wir gehen in Bears&Friend. "Hast du diese hier schon probiert?", und ich deute auf eine gelbe Gummibärchsensorte zwischen hundert anderen bunten Gelierteilen.

Ansonsten bin ich ein Shoppingmuffel. Meine Mutti geht schon seit Jahren nicht mehr mit mir einkaufen. Ich habe keine Geduld. Wenn es nach mir ging, müsste es Geschäfte nur für Unterteile geben und andere Geschäfte nur für Oberteile. Es gibt ja schließlich auch Schuhläden oder Dessousshops. 
Ich brauche eine Hose? Ab ins Hosengeschäft, sortiert nach Stil, Material und Größe.
Ich brauche eine Pullover? Ab ins Pullovergeschäft.
Ich will kein komplettes Outfit. Ich brauche nur ein Teil und hasse es, mich durch alle Modelabels zu grabbeln, bis ich eine Hose oder einen Pullover gefunden habe.

Aber letztens war dieser seltene Moment: ich war in durch-die-Stadt-bummel-Laune. Im Zentrum gibt es ein Kaufhaus mit hochwertigen, reduzierten Klamotten, Schmuck, Wohndeko und Spielzeug. Toll!
Statt 250€ kostet das Sakko nur 25€. Wir stapelten die erlesenen Schnäppchen in unseren Einkaufswagen.
Transformerfigur minus 30%.
Bilderrahmen minus 50%.
Skijacke minus 70%.
Regal minus 85%. 
Wir berauschten uns an der Vorstellung, was wir alles gespart haben.

Auf dem Weg zur Kasse fragte mein Sohn: "Und wo hängen wir das Regal hin?"
Ich reichte die Frage weiter: "Schatz, brauchen wir das?" Und so ging es weiter. 
Jedes Schnäppchen war überflüssig. 
Wir zogen an der Warteschlange vor der Kasse vorbei, wir mussten weder Tüten, noch unhandliche Regale tragen. Wir waren wahrscheinlich die Einzigen, die ohne Ware das exklusive Schnäppchen-Kaufhaus verliessen.


Nichts gekauft und trotzdem Gewinn gemacht –  
wir haben Zufriedenheit gewonnen.




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