Mittwoch, 29. März 2017

Unwörter Teil 1

Die Unwörter des Jahres werden von Spezialisten gekürt, wie Lügenpresse (2014), Gutmensch (2015), Postfaktisch (2016).
Mein Unwort aller Zeiten: Stress!
Das Wort an sich sieht schon hässlich aus, gehetzt sein Klang und eng seine Bedeutung. Stress.
Andauernd höre ich es, viel benutzt, abgenutzt, eine richtige Wortinflation. 
Stress kann man sich machen, haben oder bekommen. 
Das Wort Stress ist noch nicht einmal hundert Jahre alt. Ein Biochemiker hat es in den 40er Jahren des letzten Jahrhunderts geprägt. Was haben nur unsere Großeltern gesagt, wenn es bei ihnen … war? 
Wenn mir das Wort über die Lippen huscht, dann aus Bequemlichkeit. Denn es ist leichter zu sagen: "Ach, es ist alles so stressig", als sich zu hinterfragen.
Wieso bin ich so kraftlos?
Habe ich mich übernommen?
Liegen meine Prioritäten richtig?
Manche tragen dieses Unwort wie eine Auszeichnung mit sich herum. 
"Ich habe so einen Stress." Kann bedeuten, ich habe viel zu tun, ich bin wichtig. 
Je stressiger mein Leben ist, umso wertvoller bin ich. Wirklich?

Wir müssen dem hässlichen Wort auf die Schliche kommen, 
bevor es unsere Lebensfreude zernagt.


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