Mittwoch, 5. April 2017

Unwörter Teil 2

Wenn eine Jury jedes Jahr ein Unwort kürt, wähle ich auch ein weiteres. Frust!
Erst Stress, dann Frust. Kennt man doch.
Die Zwei passen zusammen wie ein altes Liebespaar. Der Stress und die Frustration, sie sorgen dafür, dass sich alles um einen selbst dreht.

Frustration taucht häufig nach einem Erfolg auf. Das Gefälle von Aufstieg zu Niedergang oder von Gelingen zu Scheitern ist besonders groß. 
Frust leitet sich vom lateinischen frustratio ab und beschreibt die Täuschung einer Erwartung. Ich bin ent–täuscht! 
Die Frustration wirbelt um mich herum und zurrt meine Welt auf "ich – mich – mein" zusammen. "Ich bin entmutigt, wegen meiner Situation. Es geht mir schlecht, denn jemand hat über mich etwas gesagt."

Das Liebespaar Stress und Frustration schlingen die Arme umeinander und hüpfen zu Falkos Melodie im Kreis: "Der Mensch, der mir am nächsten ist, bin ich, ich bin ein Egoist." Stress und Frustration tanzen auf meinem Selbstwert und meiner Identität herum. Sie drehen sich im Kreis und ziehen meine Erwartungen in ihren Sog. 
Alles dreht sich, mir fehlt die Ruhe, um mich zu fragen:
Ist mein Anspruch an mich und andere zu hoch?
Ist das Gefälle von Anerkennung und Kritik zu groß?
Kann ich das hohe Lebens- und Arbeitstempo halten?
Lass ich mich von den Erwartungen anderer täuschen? 

Stress und Frustration. Ich mag die Zwei nicht. Sie wollen mir weismachen, dass meine Anstrengungen nie ausreichend sein werden. Das Lebenstempo lässt sich nur schwer drosseln und das ist frustrierend. 
Doch dem tanzenden Pärchen können wir die Musik abdrehen.
"Der Mensch, der mir am nächsten ist …" Stille!


Nachdenken: 
Unwörter löschen
Täuschungen enttarnen
den eigenen Rhythmus finden
zur persönlichen Lebensmelodie tanzen




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